Abenteuer New York City

Das New-York-Gefühl hautnah

Ich traue meinen Augen nicht, als ich einen Blick aus der U-Bahn, über die etwas heruntergekommenen Einfamilienhäuser in Queens, Richtung Manhattan werfe: Wir sind angekommen in New York City – der Stadt der Städte.

Mein Herz schlägt schneller, als die Skyline von Weitem zu sehen ist. In den Straßenschluchten angekommen, scheint alles wie in einem Hollywood-Blockbuster. Das Lebensgefühl, die Aufbruchstimmung und die kreative Energie dieser Stadt nehmen mir fast den Atem. Hier rasen die gelben Taxis den Unachtsamen fast über die Füße. Hier bleibt nichts lange wie es war – bei jedem Spaziergang durch eine der tausend Avenues warten neue Entdeckungen.

New York ist der Inbegriff von Tempo. New York, das ist die Hauptstadt des amerikanischen Traums. Wer diese riesige, quirlige, nervenkitzelnde Stadt begreifen will, muss selbst hinfahren und dort aufwachen – in dem ewigen Rumoren und Gehupe, Sirenengeheul und Gekreische. Das New-York-Gefühl muss man erleben. Hautnah.

Die Megacity ist, ganz freiheraus, die Hauptstadt des Kommerzes – hektisch, laut, herausfordernd, groß und mächtig. So mächtig, dass man in keinem Moment die Ruhe hat, alles um sich herum im Detail wahrzunehmen. Und trotz der ständigen Überforderung: Die Metropole begeistert. Erstklassige Konzerte, tolle Theateraufführungen, gemütliche Bars und Restaurants – zu viel für 10 Tage.

Im Rausch des Tages, im Trubel der Nacht – Manhattan wirkt, als sei es eine große Party. Prunk und Absurditäten, Kunst und Müllsäcke an jeder Ecke. Die Stadt zieht kreative Menschen an wie keine andere. Schauspieler, Maler, Schriftsteller und Designer. Während man in Deutschland gefühlt noch den Crash der Wall Street vor Augen hat, startet die Stadt längst anderswo zum Höhenflug: Der Kunstmarkt boomt und New York führt Regie – im ständigen Wechsel von Pleiten, Erfolgen und Katastrophen. Rund 8,5 Mio. Einwohner leben heute hier. Gemütliche Flaneure sind im Raster der Straßenblöcke allerdings nicht vorgesehen.



Flat White, Bagel und los. Einmal durch die Stadt gelatscht.

Exotik im Kleinen und zeitgenössische Kunst: SoHo, Little Italy, Chinatown und East Village sollte man sich in der Woche anschauen. Das Wochenende eignet sich besser für die Erkundung des südlichen Teils von Brooklyn. Vorbei an Brownstone-Häuerreihen, findet man nur samstags und sonntags den Brooklyn Flea Market und einen kleinen, feinen Wochenbasar in der Nähe der Prospect Hights.

SoHo mit seinen mehrstöckige Fabriken, Läden und Lagerhäusern, den gusseisernen Fassadenteilen und Feuerwehrtreppen lädt Koffein-Junkies in eins der zahlreichen kleinen Cafés. Little Italy ist eine gemütliche wirkende Anhäufung italienischer Restaurants. Ein paar Avenues weiter werden in Chinatown statt Pasta und Pesto Glasnudeln und DimSum serviert.
Downtown bietet den Ground Zero, die World Trade Center Site sowie das Federal Plaza und die Wall Street. Die Fahrt mit der Staten Island-Fähre startet man direkt von dem südlichsten Zipfel der Insel. Zwar kann man mit seinem Subway-Ticket kostenlos über den Hudson River schiffen – um jedoch direkt auf die Liberty Island zur Freiheitsstatue zu gelangen, zahlt man ordentlich drauf.
Midtown bietet sich nicht nur zum Shoppen an – auch bei der Abendplanung stößt man in den unzähligen Partytipps nicht selten auf diesen Stadtteil. Unweit hiervon findet man in der Upper East Side auch die Madison Avenue – mit Design-Boutiquen und einer hohen Lamborghini-Dichte. Nur wenige Blocks weiter findet sich hier auch das Guggenheim Museum, der große Wurf des Architekten Frank Lloyd Wright. Unterhalb des Central Parks, in der Nähe des Rockefeller Centers, noch ein Highlight: das Museum of Modern Art. Freitagnachmittag ist der Eintritt hier kostenlos – was unschwer an den Millionen „Kunstbegeisterten“ erkennbar ist.

Von Manhattan, speziell der Upper East Side und Midtown ist es dann auch nur einen Katzensprung über den East River um nach Williamsburg zu kommen. Gerade dieser Teil der Stadt hat die besten kleinen Geschäfte, Restaurants, Bars und Clubs.
Little Berlin, wie Williamsburg auch genannt wird, wirkt wie eine Mischung aus Klein- und Weltstadt. Die Höhe der Häuser ist niedriger als in Manhattan. „Brooklyn we go hard, we go hard!“, wie Jay Z die rauen Zeiten beschrieb, sind längst vorbei.

Was das Herz begehrt. Pancakes, Porridge, Pale Ale.

So viele Nationalitäten, so viele Küchen: italienisch, japanisch, kreolisch oder doch lieber typisch amerikanisch – eine kulinarische Weltreise. Coffeeshops oder Diner sind eine typisch amerikanische Erscheinung. Sie bieten Kaffee, wenn auch von der dünneren Art, dafür aber bottomless: Zum Preis einer Tasse wird so lange nachgeschenkt wie man möchte. Fancy Places gibt es unzählige – einige persönliche Highlights habe ich trotzdem.

Restaurants

Saraghina (435 Halsey St, Brooklyn, NY 11233)
New York hat eine riesige italienische Gemeinde, die von keinem kleinen Italiener besser repräsentiert sein könnte als vom Saraghina. Ein gemütliches, kleines Lokal, in dem man mit duftendem, hausgebackenem Brot und einem ausgezeichneten Olivenöl verwöhnt wird. Dazu einige Antipasti, bevor die knusprige Pizza auf den Tisch kommt.

Egg (109 N 3rd St, Brooklyn, NY 11249)
Retro-Chic-Ambiente, gechillte Stimmung und wie der Name schon verrät: die besten Eierkreationen der Stadt. Das Kind im Mann und unentdeckte Künstler können sich die Wartezeit auf Pancake & Co. mit Wachsmalstiften vertreiben.

Scratch Bread (1069 Bedford Ave, NYC Brooklyn)
Ebenso ein absoluter Knaller – gerade wenn man auf der Suche nach dem besonderen Frühstück ist. Die Bäckerei bereitet alle Brote mit Rührei, Lachs, Antipasti oder Spinat direkt auf Bestellung vor. Der Wahnsinn!


Spritzenhaus33 (33 Nassau Ave, Brooklyn, NY 11222)
Die amerikanische Version des Hofbräuhauses – allerdings speziell für alle biertrinkenden Hedonisten. Das Spritzenhaus 33 in Greenpoint (Brooklyn) bietet im coolen Vitange-Look die perfekte Atmosphäre fürs Jengaspielen. Neben der großen Auswahl an Bieren kann man sich auch ein Würstchen mit Sauerkraut reinschieben – wer’s mag, der wird’s lieben.

Chelsea Market (75 9th Ave, New York, NY 10011)
Leckereien, soweit das Auge reicht. Mit knurrendem Magen ist man hier genau richtig. Cupcakes, Brot, Wein, Fisch und noch 1000 andere Dinge finden sich neben einem kleinen Art & Flea Market in den alten Fabrikhallen. Wer knapp bei Kasse ist, sollte den Besuch wohl eher meiden oder eventuell eine Stulle einpacken und sie in der schönen Location essen – oder einfach durchlaufen und anschließend ein paar Treppenstufen hinauf zum High Line Park gehen.


Bars

Dynaco (1112 Bedford Ave, Brooklyn, NY 11216)
Im Dynaco chillt man sich am besten in das Kaminzimmer – nachdem man sich sein Pale Ale an der fancy Holz-Theke, gefertigt aus einem kompletten Baustamm, bestellt hat. Die Bar hat eine gemütliche Atmosphäre und lohnt sich auf einen Absacker allemal.

Spuyten Duyvil (359 Metropolitan Ave, Brooklyn, NY 11211)
Die Decken sind rot angemalt, an den Wänden hängen alte Karten und das Mobilar besteht aus ramponierten Armsesseln und klapprigen Holzstühlen. Was auf den ersten Blick nicht gleich erkennbar ist: Das Spuyten bietet wohl mit die beste Bier-Auswahl der Stadt. Der Barkeeper Will ist großartig. Eine Bar, die sicher meine Stammkneipe wäre, wenn ich in der Gegend wohnen würde.


Café

Daily Press (505 Franklin Ave, Brooklyn, NY 11238)
Der Geruch von frisch geröstetem Kaffee liegt in der Luft. Das Geräusch der Espresso-Maschinen und die eingeschworene Koffeingemeinde geben einem das Gefühl genau richtig zu sein. Diesen Ort möchte man so schnell gar nicht verlassen. Es ist einfach zu schön in dem alten Backsteingemäuer des Daily Press. Zum Flat White bekommt man hier hangemachte Bagelkreationen, Kuchen und auf Wunsch sicher auch eine Umarmung von der sympathischen Bedienung. Wenn auch nur für den Coffee to go ein absolutes Muss.

Happy Bones (394 Broome St, New York, NY 10013)
Chic, lässig und absolut angesagt zelebriert das Happy Bones eine blühende Espressokultur. Die neuseeländischen Inhaber kredenzen besten Kaffee von den besten Baristas der Stadt. Verbunden mit lokaler Kunst und einem durchdesignten Raumkonzept ist diese Location eine Großstadtperle mit Kaffee, der einen wirklich umhaut.


Weitere Insider-Tipps sowie einige persönliche Highlights zu großartigen Bars, Cafés und Restaurants findest du in meinen NYC-Insider-Posts.