Abenteuer Oslo

Dreamland. Drømme byen.

Ein Wochenende in Oslo. Meine Liebe zu Skandinavien – speziell Norwegen – konnte mich nach meinem letzten Norge-Trip vor drei Wochen nicht davon abhalten, auf ein Neues in den Norden zu reisen. Zwei Tage in der Hauptstadt – challenge accepted!

God dag Oslo
Es gibt Städte, die wie Edelsteine leuchten, und andere, die den Charme eines Ikea-Regals ausstrahlen – schlicht und solide. Oslo ist beides: Prunk gepaart mit dem typischen Norwegen-Flair. Vom Zug aus wirkt die Stadt, als würde man die Kulisse eines Grimm-Märchens ansteuern. Es scheint für einen Moment grotesk, dass das Ziel eine Metropole sein soll. In der Stadt selbst verschwindet der Gedanke – prächtige Häuserreihen, wie mit dem Lineal gezogen, führen scheinbar alle in Richtung Königspalast.

Et eventyr i hovedstaden (Ein Hauptstadtabenteuer)
Ich war überrascht von der Vielfältigkeit, der Kunst und der Atmosphäre im sonst so naturgeballten Norden. Tolle Cafés, Bars, Clubs, Bäckereien, Museen und eine wirklich atemberaubende Oper. Ob nun Künstler oder Literaten, Pazifisten, Geschichtsfreunde oder Entdecker – hier scheint für wirklich jeden Geschmack das Richtige dabei zu sein. Auch Shopping-Enthusiasten kommen voll auf ihre Kosten: kurz nach den Monarchenbauten beginnt der Boulevard Karl Johans Gate – eine Mischung aus Ku’damm und Reeperbahn.



Der Stadtteil Grünerløkka ist ein absolutes Muss
Das Treiben von Kunst, Kultur und dem alltäglichen Wahnsinn macht Oslo zu einer berauschenden Stadt, in der man schnell den naheliegenden Fjord vergessen kann. Das schöne Fleckchen Erde ist überseht mit Parks und Grünanlagen. Vom Bahnhof aus bietet sich die Oper als perfekter Startpunkt an. Obwohl der direkte Weg zum Osloer Kanal Akerselva, an den der Kuba park und der Park Myraløkka grenzen, genauso zu empfehlen ist. Einfach von Süden nach Norden die tolle Kulisse und die Umgebung genießen. Am Busbahnhof vorbei gelangt man hier auch direkt zu einem meiner persönlichen Highlights: einst graues Arbeiterviertel, heute ein beliebter Wohnort für Künstler und Designer. Die Rede ist von dem Stadtteil Grünerløkka. Galerien und kleine Boutiquen magnetisierten mich.

Szene, Wucher und die weltbeste Marmelade
Eines der angesagtesten Treffpunkte scheint am Tag wie in der Nacht das Kunstzentrum Blå zu sein – soweit ich das für die zwei Entdecker-Tage überhaupt sagen kann. Die eher alternative Gegend liegt idyllisch zwischen Trauerweiden und alten Backsteingebäuden direkt am Kanal und schreit geradezu nach hedonistischem Nichtstun. Hier kann man Kaffee oder Bier trinken, abends Konzerten lauschen und sonntags auf dem kleinen, feinen Flohmarkt schlendern.

Die hohen Preise sind für skandinavische Verhältnisse nicht wirklich verwunderlich – trotz alledem hat es mich erstaunt zu lesen, dass innerhalb der Kernstadt ein für Europa ungewöhnlich hohes Preisniveau herrscht. Laut entsprechender Rankings hat Oslo seit 2006 Tokio als die weltweit teuerste Stadt abgelöst. Klasse. Genau die richtige Stadt für mich Dispo-Liebenden Deutschen.

Ein wirklich kostengünstiger Frühstücks-Geheimtipp ist die Åpent Bakerei ein paar Straßen hinter dem Königspalast. Die Bäckerei serviert leckeren Kaffee und hat die wohl weltbesten Müsli-Brötchen mit hausgemachter røre syltetøy: Beerenmarmelade.



Die Elite macht Kunst
Die Regierung hat sicher nicht ganz ohne Grund eine derart beeindruckende Oper erbauen lassen, über die es Wert ist, noch einmal genauer zu berichten. Mit einem gewaltigen Sanierungsprogramm soll am Hafen bis 2020 ein Kulturzentrum von Weltrang entstehen. Das Kernstück bildet der grelle Mamor-Eisberg, den einfach jeder Besucher erklimmen sollte.

Die 500 Millionen Euro Baukosten haben sich gelohnt: In Anlehnung an einen Gletscher, der auf dem Wasser vor Oslo treibt, entstand ein imposantes Opernhaus. Der Haupteingang ist bewusst klein und unscheinbar gehalten. Einmal eingetreten durchfluten riesige Fenster das ganze Foyer mit Licht. Imposant ist auch die kegelförmige Wellenwand aus Holzlamellen. Insider: Einen Toilettengang sollte man sich in jedem Fall für dieses Gebäude aufsparen.

Zu Gast bei Gauguin, Picasso, Monet und Munch
Ein Muss des Museen-Wahnsinns war für mich der Besuch der Nationalgalerie. Die Sammlung norwegischer Kunstwerke soll die größte des Landes sein und umfasst auch einige der bekanntesten Gemälde von Edvard Munch. Sorry Mr. Gauguin, Herr Picasso und Monsieur Monet – für euch blieb leider keine Zeit.



Takk Oslo. Jeg vil være tilbake! (Danke Oslo. Wir werden uns wiedersehen!)
Ein neues Abenteuer liegt hinter mir. Oslo hat mich ebenso beeindruckt wie bereits der Trip durchs Landesinnere. Am besten und kostengünstigsten nach Oslo kommt man als Berliner vom Flughafen Schönefeld. Die Route wird aber auch aus jeder anderen deutschen Destination der irlandischen Fluggessellschaft angeflogen. Unsere erste Nacht haben wir etwa 100 Kilometer entfernt in einem tollen Gartenhäuschen verbracht  – gebucht über Airbnb. Das geplante Couchsurfen am folgenden Tag ist nicht ganz wie vorgestellt geglückt. Nach stundenlanger Suche sind wir aber auch hier super untergekommen.