Together

#startchasingtheworld

Wir sind davon besessen, immer die Wahrheit zu kennen. Oder das, was wir davon halten. Sich selbst infrage stellen? Hadern zwischen den Polen – links oder rechts? Nein: ein Weg ab von den üblichen Erwartungen ist für uns nicht vorstellbar.

Alle scheinen zu wissen, was sie machen und was sie tun. Doch wäre unser Leben im Konjunktiv nicht schöner? Eingestehen zu müssen, dass ein Plan nicht wie gedacht funktioniert. Was für ein Albtraum. Überfordert von den Entscheidungen sollten wir uns viel öfter fragen: Was brauchen wir eigentlich? Geht es uns besser, wenn wir ein einfacheres Leben führen? Ist weniger nicht eigentlich mehr? Unser Leben muss nicht maximal mit Sinn aufgeladen sein, um das Beste daraus zu machen. Leben für den Augenblick. Entscheidungen spontan treffen – das ist die wahre Kunst. Unser Grundstein für ein unbeschwertes Leben. (Scroll down for the English version)

Wildes Patagonien

Der Duft von Freiheit lag in meiner Nase. Frische kühle Luft breitete sich in jeder einzelnen Zelle meines Körpers aus. Wir saßen zusammen, genossen die Gespräche, lachten am Lagerfeuer und machten uns keine Gedanken über unwichtige Dinge des Alltags. Wir lebten unser Abenteuer an Südamerikas südlichstem Zipfel zwischen geballten Gletscherzügen und atemberaubenden Bergkuppeln.

Lasst uns nicht so verdammt verwöhnt, selbstverliebt und größenwahnsinnig herumlaufen. Lasst uns Dinge hinterfragen und jede Sekunde genießen. Lasst uns übertreiben und für immer ohne Konventionen leben. Über 2000 Kilometer fuhren wir durch einen Kontinent der Extreme. Chile erstreckt sich vom Zentrum bis zum Fuße Südamerikas, von den trockensten Wüsten der Welt bis hin zu riesigen Gletscherfeldern. In Argentinien liegen einige der höchsten Andengipfel, Berge tragen leuchtende Farben, Wüsten sind mit Kakteen übersät.

Patagonien ist ein wildes Land, sturmumtost, abweisend, radikal. Unsere Körper zitterten bei jedem eisigen Windzug. Das schroffe Wetter war unser täglicher Begleiter. Auf der Fahrt der Sonne entgegen, steuerten wir mit unserem Jeep über Schotterpisten. Vorbei an in die Endlosigkeit leuchtenden Weiden, welche in warmen Orange- und Gelbtönen erstrahlten.

Wir fanden eine Landschaft der Leere. Der Atemlosigkeit. Riesige Kondore flogen bedächtig und schwerelos durch die Schluchten. Hunderte Kilometer ohne Zivilisation. Sprachlos von der Naturgewallt erkundeten wir die Weiten. Bestaunten die Macht der riesigen Eisschollen der größten Gletscher auf unserem Planeten.



Für den Moment

Keine Stunde war geplant. Jede Minute verlangte spontan zu sein. Eine genaue Route gab es nicht. Wir ließen uns treiben von unseren Gefühlen. Unbeschreibliche Momente der Irrealität, die sich auf den Linsen unserer Augen einbrannten. Mit Gänsehaut von der eisigen Kälte und der Überwältigung der Größe des Landes.

Zu keiner Zeit waren unsere gesammelten Erfahrungen ein Gefühl von Selbstverständlichkeit. Immer versuchten wir uns unserer Sinne bewusst zu sein. Denn anders als von vielen behauptet, sind wir keine Generation aus Verweigerern – wir definieren Leben nur anders als frühere Generationen. Selbstbestimmung ist das Statussymbol.



Unser Sinn des Lebens? Leben.

Leben im Jetzt. Dreitausend Meter hohe Berge, die sich über Jahrmillionen mit Magma und Basalt, Gletschern, Wind und Regen wiederum im Laufe von Millionen von Jahren zu dem gestalteten, was man heute sieht. Hörner, Pfeiler und nadelspitze Gipfel, Gletscherabbrüche über senkrechten Wänden. Immer wieder Seen, in denen grazil rosafarbene Flamingos staksen. Die Natur hat es so eingerichtet, dass sich in den zahllosen Senken pittoresk lange Gletscherseen ausbreiten, deren Wasser türkis unter dem dunkelblauen Himmel leuchtete.

Wir hatten den Mut, uns unseres eigenen Verstandes zu bedienen. Doch ist der Verstand nicht der Maßstab aller Dinge. Am Ende geht es nicht darum, an vielen Dingen zu Zweifeln, sondern sie trotzdem zu tun. Mutig zu sein und in das Ungewisse hinein zu handeln. Und dabei muss es keine tausende Kilometer von unserer Heimat entfernt sein.



Lasst uns den Existenzialismus suchen. Die Frage ob wirklich alles im Leben einen Sinn haben muss. Ob Sinn eine Frage von der Einstellung gegenüber dem Leben ist und ob er unabdingbar mit dem Glück verbunden sein muss. Ehrlich gesagt ist das alles gerade viel zu philosophisch. Wir sollten einfach erkennen die Vergnügungen des Lebens zu schätzen, ohne Sklave von Gelüsten zu werden, die sich nicht befriedigen lassen.

Denn das Glück besteht aus dem Gefühl. Die Fähigkeit den Moment zu genießen. Erwartungen hinten anstellen und die Augen öffnen. Den Idealismus im Jetzt zu finden und minimalistisch dem entgegentreten, das vor einem liegt. Genau in diesem Augenblick.



Credits
Directed, produced and edited by Marko Roth
Filmed by Marko Roth and Moritz Dehler
Photos by Linda Ambrosius

Unter dem Hashtag #startchasingtheworld könnt ihr Marko Roths Reisen um die Welt auf allen Kanälen verfolgen. Weitere Bilder sind hier zu finden.

Together in Patagonia

We are obsessed by always knowing the truth or what we consider as the truth. Questioning ourselves or unsureness does not seem appropriated in our society.
Everyone seems to know what they do and what they want. But wouldn’t it be a lot more fulfilling to be independent. For most people it is a nightmare to realize that their plan failed. Being overwhelmed by decisions we should rather ask ourselves: What do we really need? Isn’t it easier living a simple life? Isn’t less sometimes more?

Our lives do not have to be super-charged with meaning and sense to get get the most out of it. Living for the moment. Being spontaneous is the art of life.

I could smell the scent of freedom. Fresh cool air spread into every cell of my body. We sat together around the bonfire laughing and not worrying about every-day-life problems. We lived our adventure at the southest point of South America in the middle of massive mountains and breathtaking glaciers.

Let’s not walk around spoiled, selfish and maybe a bit too confident. Let’s question the meaning of things and enjoy every second of our lifes. Let’s exaggerate and live without limits. We drove over 2000 kilometres through a continent of superlatives. Chile reaches from the centre of South America with its dry deserts to the south where the giant glaciers are located. In Argentina there are some of the highest Anden peaks where mountains shine bright in the amazing lightning of the nature.

Patagonia is a wild country, stormy, repellend and radical. We were shaking with every cold wind. The rough weather was our daily companion. There was a landscape of void. Large condors flew smooth over the canyons. There were hundrets of kilometres without civilisation. Speechless by the power of nature we went on into the widths of the county. We were stunned by the giant ice walls around the biggest glacier of the world.

We felt absolutely free. We didn’t plan anything in advance. Every minute desired spontaneity. There was no route – we were led by our instinct and feelings. We will never forget those undescribeble moments of surreality. We had goosebumps caused by both: the temperature and the overwhelming size of the country.

We were always grateful for these experience while being aware of all our senses. Different to most peoples opinion we are no generation of refusers – we just define life in a new way than past generations. Self determination is our status symbol.
Our meaning of life is living.

Living for the moment. Mountains over 3000 meters were designed by the effects of nature in millions of years. The look of the mountains is much more than just impressive. On our way we passed many lakes, in which gracious pink flamigos were standing. The scenery of dark blue sky and turquoise water was simply amazing.

We were brave enough to follow our minds. But rationality is not the scale we measure with. At the end of the day it’s about doing not doubting things. Being courageous and acting confident in unpredictable situations. Not depending where you are.

Let us seek for existentialism. Let us find the answer to the question if everything in life must have a meaning. Is the meaning of life necessarily linked to the pursuit of happiness? To be honest – these questions are way too philosophical. We should learn to value the good things in life and try not to be a slave of society having to achieve unsatisfying tasks and unreachable goals.
Happiness is a feeling. It is the ability to enjoy and value the moment. The capability to limit expectations and to be aware of the pure solidity of life. We should strive for finding the idealism in the present time and avoid obstacles on its way.